Leider konnten wir uns aus logistischen Ursachen erst hier vor den
grandiosen Felsen treffen und wir wollten rasch die Routen für die
nächsten Tage aus dem Kletterführer herausfinden. Nur, was las
ich mit lauter Schrecken?
Aufgefallen anläßlich "trüber" Stunden im warsten
Sinne des Wortes, im Zelt und ausreichend Getränken (im Hochgebirge
hat man ja enormen Flüssigkeitsbedarf) am Fuße der Drei Zinnen.
All diese Dinge sind im AV Führer Sextener Dolomiten (Richard Goedeke, 2. Auflage 1988) nachzulesen.
Viel Spaß!
Nur Kursives ist von opa.
Der Gipfel erfreut sich intensivster Vernachlässigung, dürfte
allerdings schon bestiegen sein.
Sehr lange, sehr alpine klassische Führe,
in der man sich besonders bei Nebel ohne nennenswerte Anstrengungen herzhaft
verlaufen kann.
Ein Horrorstrip mit "hängenden Telefonzellen", "phantastischen
Chaos von Blöcken", ein "statisches Wunder", "Spiel mit Dynamit".
So das Richtige für Leute, die das Fürchten lernen wollen.
→ Wo bin ich nur!?
Diese Bewertung gilt, wenn die verwendeten und belassenen 340(!) BH
auch zur Fortbewegung benutzt werden. Die Erstbegeher verwendeten außerdem
noch 50 Normal-H und 8 HK, die wieder entfernt wurden. Bei Auslassen von
H kann die Schwierigkeit natürlich rasch extrem werden! Luftige Wandkletterei,
weitgehend wetterunabhängig. Als fast rein hakentechnische Route in
einer athletischen Gewalttat erhämmert. Die teilweise unzuverlässigen
BH können zu aufhaltsamen Intermezzi führen.
→ Hiiilfe!!
Ruppige, denkbar luftige Fleißarbeit direkt über die verkehrte
Welt der Dächertreppe im Zentrum des großen Wandausbruchs. Da
der splittrige Fels sich nicht allzusehr sträubt, hin und wieder einen
kopfüber steckenden Haken in die Freiheit zu entlassen, haben auch
Wiederholer eine reelle Chance, die Mühsehligkeit der Werkelei der
Erstbegeher etwas nachzuempfinden. Wegen der vielen Quergänge sehr fotogen.
→ Na wenigsten was.
Aber die Haken sind nicht immer übertrieben fest, was Flugversuche
rasch zu Ausnagelaktionen machen kann. Die 6. und 7. SL = "35-m-Überhang"
kann bei guter Seilführung als 1 SL geklettert werden.
→ Oh Gott!!
Die genußvollen Passagen → endlich - werden erst nach
Absolvieren einiger herzhafter Schluchtseillängen mit Wasserspülung
und steinschlaggefährdetem Gestein erreicht. 
→ Nein, nicht schon wieder!
Durch Duschkamin, je nach Wasserführung
des Bächleins mehr oder weniger erfrischt, zu Stand auf Absatz. Über
die voll im Wasserfall liegende Stufe hinauf. Und die Bewertung gilt nur,
wenn die Route in allen Einzelheiten genau gefunden wird(!)
Gefährliche Riß- und Wandkletterei mit vielen "sehr brüchigen Wändchen",
"abgespalteten Blöcken" usw., daß es den Erstbegehern noch nach
3 Jahrzenten graust.
→ Da wollen wir hin?
→ Ach der Einstieg:
Dort wo die Duftmarkierungen der Normalbegeher liegen.
Soll ja zumindest teilweise lustbetont sein.
Keine Einzelheiten bekannt.
→ Wie auch sonst.
Nachfolgende Seilschaften erleben die Route je nach Verhalten der oberen
Seilschaften mehr oder weniger als Übung des Vorrückens unter
Artilleriebeschuß.
→ Was kümmert mich fremdes Leid.
Der früher teilweise sehr brüchige Fels ist inzwischen durch
Steilwandkolonnen gut aus- und blanckgeputzt. Unklar, ob und wie begangen.
Wenn ja, sicher extrem. Sicher ist dagegen, daß dort schon viele
Verhauerrückzieher stattfanden.
→ Werde wohl noch warten. Ich habs
gewußt.
Gefährlich brüchig, aber leicht abdrängend
und schlecht gesichert. Besonders für den Seilzweiten dürfte
eine Ritterrüstung zweckmäßig sein.
→ Ich sags doch, daß
unsere Ausrüstung unvollständig ist.
Besonders bissig dürfte
das Finish sein, denn der Routenverlauf ist unbekannt. Einzelheiten sind
selbst auszugucken.
→ Wenn man dann noch oben angekommen ist, gehts weiter.
Klar, der Berg ist erst bezwungen wenn man wieder unten ist; heil.
Abseilen in und durch die "Nervenschlucht". Bei gutem Wetter und wenig
Betrieb nur etwas beklemmend für das Gemüt, bei kräftigem
Gewitterregen ein Inferno von Wasser und Steinschlag, in dem es keinen
toten Winkel gibt. Düstere Schluchtroute für Freunde des heroischen
Alpinismus. Bei Schlechtwetter Wasserspülung mit Neigung zum Einfrieren.
Wo es langgeht, merkt auch ein Blinder.
→ Ha, ha.
Eine heiße Sache mit viel Luft unterm Hintern. (Man lese zur
Einstimmung: Der Tod als Seilgefährte).
→ Vielleicht doch eine andere Route? Wie wärs mit der:
Großzügige, ausgesetzte Kletterei, meist Risse und Kamine,
oft z. T. feucht und vegetarisch angereichert, jedoch für Gehfaule
ideal gelegen.
→ Im liegen ißt sichs doch am besten.
Wenigstens ein netter Abendspaziergang und ein kerniges Hüttenklettergartenproblem. Soll auch eindrucksvoll steil und luftig sein.