Hochdruck
Luftdruckmeßwerte lassen Rückschlüsse
zu auf:
-
die Zugehörigkeit der gemessenen Luftmasse zu einem
Hoch oder einem Tief;
-
die Schichtung der Luftmasse (stabil oder labil);
-
die Bereitschaft zu vertikalen Bewegungen (rasches Aufsteigen
der unteren Luftschichten).
Der Luftdruck ist auch abhängig vom Verlauf der
täglichen Temperaturkurve (geringes Absinken des Luftdrucks am Mittag).
Luftdruckunterschiede zwischen großräumigen
Luftmassen führen zum Druckausgleich (= horizontale Winde); ein Gleichgewichtszustand
ist großräumig nie herstellbar.
Jede Wetteränderung kündigt sich durch
eine (meist frühzeitige) Luftdruckveränderung an.
“Faustregeln”:
-
Steigt der Luftdruck innerhalb weniger Stunden stark
(4 - 6 hPa), so ist eine eintretende Aufheiterung nur von kurzer Dauer.
-
Steigt der Druck im Laufe eines Tages stark, so ist
schönes Wetter zu erwarten, dessen Dauer im Verhältnis zu der
des Steigens steht. Steigt der Druck nur einen Tag lang, so ist die Dauer
des guten Wetters auch nicht viel länger.
-
Geht das Steigen langsam, gleichmäßig und
andauernd vor (zwei oder mehrere Tage), so ist eine längere Trockenwetterzeit
in Sicht. Dreht sich gleichzeitig der Wind von West nach Nord, so ist baldige
Aufklarung zu erwarten, die im Wallis, Engadin, in den Dolomiten und in
Osttirol früher eintritt als an der Nord- und Ostabdachung der Alpen
(im Herbst und Winter in der Niederung Hochnebel).
-
Bei ausgesprochenem Steigen des Druckes ist namentlich
dann mit Besserung zu rechnen, wenn der zuvor aus Süd und nachher
aus West kommende Wind sich weiter dreht, bis er aus Nordost kommt.
-
Steigt der Druck rasch und ruckweise, fällt er
dazwischen aber mehrfach ein wenig, so stellt sich gewöhnlich unbeständiges
Wetter ein; genauso bei raschem und ruckweisem Fallen, das von kurzen Steigungen
unterbrochen ist.
-
Bei fallendem Druck kann man sicher mit Niederschlag
rechnen, wenn gleichzeitig der Wind von Nord oder Ost nach Süd oder
Südwest umspringt, falls nicht der Föhn dazwischenspielt!
-
Langes und anhaltendes Fallen deutet auf länger
anhaltende Niederschläge.
-
Steigt der Nachmittagsdruck, wenn auch nur wenig, so
kommt meist Aufheiterung, die aber nicht lange dauert.
-
Fällt der Nachmittagsdruck aber nur wenig, so hat
dies vor allen Dingen im Sommer wenig zu bedeuten. Dieser Nachmittagsfall
gehört zum “täglichen Druckgang” und ist nur eine Folge der Lufterwärmung.